Xabi Alonso ist nicht mehr Trainer von Real Madrid. Der Spanier ist damit plötzlich verfügbar – schlägt der BVB zu?
Die Meldung schlug am Montag ein wie ein Paukenschlag: Real Madrid und Xabi Alonso gehen nach nur sieben Monaten wieder getrennte Wege. Nach der Supercup-Niederlage gegen den FC Barcelona zog die Klubführung die Reißleine, Álvaro Arbeloa übernimmt interimsweise. Für Alonso endet damit ein intensives, aber letztlich zu kurzes Kapitel bei den Königlichen.
Kaum ist der 44‑Jährige wieder auf dem Markt, beginnen auch in Deutschland die Gedankenspiele. Vor allem rund um Borussia Dortmund wird sein Name einmal mehr diskutiert. Zufall? Wohl kaum.
Was Alonso als Trainer auszeichnet, passt auf den ersten Blick erstaunlich gut zum Dortmunder Profil. Schon bei Bayer Leverkusen formte er aus talentierten, aber nicht vollendeten Spielern eine Titelmannschaft mit klarer Handschrift: mutiger Ballbesitz, sauberes Positionsspiel, aggressives Gegenpressing. Spieler wurden besser, das System trug sie – nicht umgekehrt.
Genau das ist ein Punkt, der beim BVB seit Jahren diskutiert wird. Der Kader bringt enormes Potenzial mit, doch Konstanz und klare Abläufe fehlen immer wieder. Alonso gilt als Trainer, der Strukturen schafft und Talente konsequent in Rollen entwickelt. Ein Profil, das in Dortmund traditionell hoch im Kurs steht.
Hinzu kommt: Alonso kennt die Bundesliga nicht nur oberflächlich. Er hat sie als Spieler beim FC Bayern erlebt und als Meistertrainer in Leverkusen geprägt. Sprache, Mentalität, Medien, Stadionatmosphäre – all das wäre für ihn kein Neuland. Eine lange Eingewöhnung? Unnötig.
Allerdings – und das gehört zur Wahrheit – sitzt beim BVB aktuell Niko Kovac fest im Sattel. Erst im August 2025 verlängerte der Verein den Vertrag des Cheftrainers bis 2027. Kovac brachte Stabilität, führte Dortmund zurück in die Champions League und genießt Rückendeckung der Klubführung.
Und trotzdem stellt sich die Frage: Was wäre, wenn? Sollte der sportliche Fortschritt stagnieren oder der Anspruch auf Titel erneut unerfüllt bleiben, würde ein freier Trainer wie Alonso automatisch auf jeder Dortmunder Liste ganz oben landen. Seine internationale Strahlkraft, gepaart mit Bundesliga-Erfahrung, ist selten.
Noch ist alles Theorie. Aber die Fußballgeschichte zeigt: Solche Konstellationen entstehen nicht oft – und manchmal schneller, als man denkt. Alonso ist verfügbar. Der BVB sucht langfristig nach dem nächsten Entwicklungsschritt. Eine Kombination, die zumindest zum Nachdenken einlädt, oder?