Krise bei Bayer Leverkusen: Robert Andrich schlägt Alarm

Daniel

23. Jan. 2026

Bei Bayer Leverkusen knirscht es gewaltig. Nach zwei bitteren Pleiten meldet sich Kapitän Robert Andrich mit ungewohnt offenem Klartext – und Trainer Kasper Hjulmand schlägt in dieselbe Kerbe. Vor dem schweren Spiel bei Olympiakos Piräus steht plötzlich ein Wort im Mittelpunkt: Struktur.


Zwei Spiele, zwei Niederlagen, null Leichtigkeit. Das neue Jahr hat für die Werkself denkbar schlecht begonnen: 1:4 gegen den VfB Stuttgart, danach ein ernüchterndes 0:1 bei der TSG Hoffenheim. Nicht nur die Ergebnisse schmerzen, sondern vor allem das Auftreten. Zu brav, zu unklar, zu wenig Bayer 04.

Mitten hinein in diese Phase platzten die Worte von Robert Andrich. Der Kapitän sprach im Fernsehen offen an, was viele Fans längst spüren: Auf dem Platz fehlte eine gemeinsame Idee. Wenn einige hoch pressen wollen und andere den spielerischen Aufbau suchen, geht alles verloren. Ein Weckruf.

Eine Trainerkritik? Mitnichten. Denn Kasper Hjulmand stellte sich demonstrativ hinter seinen Führungsspieler. Der Däne bestätigte, dass der Matchplan in Hoffenheim nicht von allen konsequent umgesetzt wurde – und genau das sei das Problem gewesen.

Klare Analyse, klare Worte. Hjulmand machte deutlich, dass Flexibilität nur dann funktioniert, wenn die Basis stimmt. Erst die Ordnung, dann die Freiheiten. Oder anders gesagt: Ohne Struktur kein mutiger Fußball. Punkt.

Gerade vor dem anstehenden Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus bekommt diese Botschaft besonderes Gewicht. Die Griechen gelten nicht als fußballerische Übermannschaft, aber als extrem diszipliniert, aggressiv und taktisch gefestigt. Wer dort ohne klare Abläufe aufläuft, wird gnadenlos bestraft.

Hjulmand nimmt sich dabei selbst in die Pflicht. Er will unmissverständlich vorgeben, wie Bayer spielen soll – und wo die Grenzen der Freiheit liegen. Zu viel Improvisation habe zuletzt eher geschadet als geholfen. Eine bemerkenswert selbstkritische Note.

Für die Mannschaft bedeutet das: Reden ist vorbei. Jetzt zählt nur noch die Umsetzung. Spieler wie Grimaldo, Wirtz oder Andrich müssen zeigen, dass sie nicht nur individuell stark sind, sondern auch als Kollektiv funktionieren.

Denn eines ist klar: Eine weitere Enttäuschung würde die Diskussionen weiter anheizen. Über die Form, über die Stabilität – und irgendwann auch über den Trainer. Soweit will es in Leverkusen keiner kommen lassen. Die Antwort muss auf dem Platz kommen. Am besten sofort.