Der Frust in Dortmund ist groß: Chelsea hat Aaron Anselmino mitten im Winter zurückbeordert. Doch das letzte Wort könnte noch nicht gesprochen sein – denn eine komplizierte Transfer-Kettenreaktion eröffnet dem BVB zumindest ein kleines Hoffnungsszenario.
Die Entscheidung kam an der Strobelallee alles andere als gut an. Aaron Anselmino war erst im Sommer vom FC Chelsea ausgeliehen worden, sollte die angespannte Personalsituation in der Dortmunder Innenverteidigung stabilisieren. Nun zog der Premier-League-Klub kurz vor Transferschluss eine vertraglich verankerte Rückholklausel – und ließ den BVB ziemlich überraschend im Regen stehen.
Sportlich schmerzt der Abgang. Zwar bremsten Verletzungen den Argentinier aus, trotzdem sammelte er zehn Pflichtspiele und traf einmal. Gerade nach seinem jüngsten Comeback wirkte Anselmino wie eine Option für die heiße Phase der Saison. Doch laut Sky existiert ein theoretisches Schlupfloch.
Der Name Jérémy Jacquet spielt dabei eine zentrale Rolle. Chelsea arbeitet intensiv an einer Verpflichtung des 20-jährigen Innenverteidigers von Stade Rennes. Die Londoner sollen sich mit dem Spieler bereits einig sein, doch Rennes blockt bislang – vor allem wegen der hohen Ablöseforderung.
Kommt Jacquet noch im Januar, könnte sich die Lage bei Chelsea schlagartig entspannen. Der Abwehr-Notstand wäre zumindest numerisch gelindert. Und genau hier entsteht die Hintertür: In diesem Fall wäre es für die Blues vertretbar, Anselmino erneut abzugeben – möglicherweise sogar zurück nach Dortmund.
Realistisch? Eher schwierig. Rennes weiß, dass der Preis für Jacquet im Sommer mit kürzerer Restlaufzeit sinkt. Warum also jetzt nachgeben? Dennoch: Der Transfermarkt hat schon verrücktere Wendungen erlebt. Deadline Day eben.
Beim BVB selbst hält man sich bedeckt. Öffentlich äußerte der Klub lediglich Bedauern über den kurzfristigen Abgang. Klar ist aber auch: Ein erneutes Blitz-Comeback Anselminos würde intern niemanden stören – ganz im Gegenteil.
Am Ende bleibt es ein hochgradig hypothetisches Szenario. Aber eines, das zeigt, wie eng Europas Transfergeschäfte miteinander verknüpft sind. Und wie schnell aus Ärger wieder Hoffnung werden kann.