Thioune-Effekt bei Werder: Puertas blüht auf, Milosevic trifft eiskalt

Daniel

07. März 2026

Bei Werder Bremen galten die Leihspieler lange als Sinnbild der Krise – jetzt drehen ausgerechnet zwei von ihnen unter Daniel Thioune auf. Cameron Puertas läuft vorweg, Jovan Milosevic knipst.


Die Leihspieler standen in Bremen monatelang im Fokus – allerdings selten positiv. Als Werder zwischenzeitlich bis auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschte, gerieten auch die Neuzugänge auf Zeit in die Kritik. Zu wenig Impact, zu wenig Konstanz, zu wenig Bundesliga-Format.

Doch unter Daniel Thioune verschiebt sich das Bild: Vor allem Cameron Puertas nutzt seine Chance. Der 27-Jährige, im Sommer vom Al-Qadsiah FC an die Weser gekommen, beackert im neuen 4-3-3-System die Achter-Position mit enormer Intensität. Beim 2:0 gegen Heidenheim spulte er laut kicker 12,55 Kilometer ab, zog 25 Sprints an und erreichte 31,48 km/h – Spitzenwerte, die seine Rolle als Dauerläufer unterstreichen.

Thioune schwärmt offen vom Spanier, der in Lausanne geboren wurde. Er sehe seit seinem Amtsantritt, wie sich Puertas „mit allem, was er hat, reinhaut“ und sein Herz auf dem Platz lasse, erklärte der Coach bei kicker. Vertrauen zahlt Puertas aktuell mit Leistung zurück – und wirkt plötzlich unverzichtbar.

Mehr noch: Thioune traut ihm offensiv sogar noch mehr zu. Er fordert mehr Abschlüsse, mehr Präsenz im letzten Drittel. Der Schuss sei da, die Dynamik ohnehin. Wenn Puertas jetzt auch noch torgefährlicher wird – was wäre dann erst möglich?

Parallel sorgt Jovan Milosevic für frischen Wind im Angriff. Der Serbe kam im Januar vom VfB Stuttgart, nachdem sich Victor Boniface einer Knie-OP unterziehen musste. Drei Tore in durchschnittlich 100 Einsatzminuten pro Treffer sprechen eine klare Sprache. Ligaweit übertreffen in dieser Kategorie nur Jonathan Burkardt und Harry Kane seine Quote.

Milosevic trifft. Puertas marschiert. Das ändert zwar nichts daran, dass Werder im Kalenderjahr 2026 bislang nur sieben Tore erzielt hat und offensiv weiter Luft nach oben bleibt. Doch das „zarte Pflänzchen“, von dem rund ums Weserstadion gesprochen wird, wächst. Und es sind ausgerechnet die Leihspieler, die neue Hoffnung säen.

Natürlich bleibt nicht alles rosig: Maximilian Wöber kämpft weiter mit muskulären Problemen, Isaac Schmidt pendelt zwischen Bank und Startelf, Karl Hein sammelte als Back-up solide Minuten. Aber immerhin: Die Diskussion um die Leih-Frage bekommt endlich eine positive Wendung.

Und vielleicht ist genau das der erste echte Thioune-Effekt.