Polizei-Einsatz: 500 Bayern-Ultras boykottieren Support

Daniel

03. März 2026

Rund um das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern eskaliert die Lage vor dem Gästeblock. Nach einem Polizeieinsatz schauen etwa 500 Münchner Ultras die Partie nur im Umlauf – der Support bleibt aus.


Der Klassiker im Signal Iduna Park liefert auf dem Rasen Spektakel – daneben sorgt ein brisanter Zwischenfall für dicke Schlagzeilen.

Schon lange vor dem Anpfiff kommt es vor dem Gästeblock zu einem Polizeieinsatz. Nach Angaben der Polizei Dortmund versucht eine rund 30-köpfige Gruppe von Bayern-Fans, mit gefälschten oder nicht regulären Tickets in den Block zu gelangen. Beamte kontrollieren die Personen, leiten später gegen 29 Beteiligte ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs ein. Die Ermittlungen laufen.

Doch damit nicht genug. Laut Bild und Abendzeitung setzen Einsatzkräfte im Zuge der Kontrollen auch Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die Polizei spricht von tätlichen Angriffen auf Beamte und sogenannten Solidarisierungshandlungen weiterer Fans. Von Ultra-Seite klingt das ganz anders.

Die Südkurve München wirft der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor. In einem Statement ist von „willkürlichem“ Einschreiten und späterer „Gewalt-Eskalation“ die Rede, die sogar Verletzte und Krankenhausaufenthalte zur Folge gehabt habe. Wer trägt die Verantwortung – und warum eskaliert ein Ticket-Streit derart?

Die direkte Folge ist im Stadion deutlich sichtbar: Rund 500 Bayern-Anhänger entscheiden sich laut übereinstimmenden Berichten von Bild und kicker, das Spiel nicht im Block, sondern im Stadionumlauf zu verfolgen. Organisierte Fangesänge? Fehlanzeige. Fahnen und Banner bleiben eingerollt. Der sonst so stimmgewaltige Gäste-Block wirkt gespenstisch leer.

Statt Support gibt es Protest. Im Bayern-Block taucht ein Banner mit der Aufschrift „Freiheit für alle Fußballfans“ auf, auch Dortmunder Anhänger zeigen sich solidarisch und fordern „Freiheit für Gästefans in Dortmund“. Zwischenzeitlich hallen polizeikritische Sprechchöre durchs Stadion.

Der FC Bayern hält sich zunächst bedeckt. Der Klub teilt mit, dass die eigene Fanbetreuung im Austausch mit den Verantwortlichen in Dortmund stehe, um die Vorfälle aufzuarbeiten.

Sportlich liefert der Klassiker ein 3:2-Spektakel – doch das Gesprächsthema danach heißt nicht nur Meisterrennen, sondern auch Polizeieinsatz, Ticket-Streit und Fan-Protest.