Niko Kovac gerät ins Schwärmen – und das wegen eines 17-Jährigen. Samuele Inacio trainiert bei den Profis von Borussia Dortmund mit und bekommt vom BVB-Coach ein Ritterschlag der Extraklasse.
Vor dem Champions-League-Playoff gegen Atalanta Bergamo wird es plötzlich emotional. Auf der Pressekonferenz spricht Kovac nicht nur über Taktik und Gegner, sondern über ein Talent, das gerade erst an die Tür der ersten Mannschaft klopft – und sie offenbar bald aufstößt.
„Ein toller Fußballer“, sagt Kovac über Samuele Inacio. Sollte er gesund bleiben, werde er „eine richtig, richtig große Karriere“ machen. Mehr noch: Für den BVB-Trainer ist der 17-Jährige „die Zukunft dieses Klubs – und die Zukunft des italienischen Fußballs“. Aussagen, die es in sich haben.
Inacio, geboren am 2. April 2008 in Bergamo, wechselte 2024 aus der Jugend von Atalanta nach Dortmund. Der 1,76 Meter große Offensivspieler fühlt sich als hängende Spitze oder Zehner am wohlsten, gilt als klassischer „Fantasista“ – einer, der Räume sieht, bevor sie entstehen. Laut Goal schwärmt Kovac davon, dass Inacio mit 17 Dingen erkenne, „die andere mit 30 nicht sehen“.
Und sie kommen nicht von ungefähr. Inacio trainierte zuletzt regelmäßig bei den Profis, saß in der Bundesliga bereits zweimal auf der Bank und wurde für die K.o.-Phase der Champions League nachgemeldet. Beim Duell mit seinem Ex-Klub Atalanta könnte er also ausgerechnet gegen seinen Jugendverein debütieren – wenn das mal kein Drehbuch ist?
Auch im Nachwuchs liefert der Italiener ab. Bei der U17-EM 2025 krönte er sich zum Torschützenkönig, traf in allen vier Endrundenspielen und bestätigte seinen Ruf als eiskalter Vollstrecker. 14 Tore in 20 Jugend-Länderspielen sprechen ebenfalls eine klare Sprache.
Beim BVB setzen sie ohnehin wieder stärker auf die eigene Jugend. Inacio durfte schon im Trainingslager in Marbella vorspielen, überzeugte dort Trainerteam und Verantwortliche. Laut Sport1 sieht Kovac in ihm „die Zukunft dieses Klubs“. Eine Ansage, die den Puls der Fans höherschlagen lässt.
Noch wartet Inacio auf seine ersten Pflichtspielminuten bei den Profis. Doch es wirkt nur wie eine Frage der Zeit. Und wenn selbst ein erfahrener Coach wie Kovac so ins Schwärmen gerät, dann sollten wir ganz genau hinschauen. Vielleicht wächst da gerade der nächste große Spielmacher im Signal Iduna Park heran.