FC Bayern gegen Saint-Gilloise: Favorit, Fanstrafe und der Mann hinter dem Märchenklub

Daniel

21. Jan. 2026

Der FC Bayern geht als klarer Favorit ins Champions-League-Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise. Doch rund um das Duell am Mittwochabend gibt es mehr als nur sportliche Schlagzeilen – von einer UEFA-Fanstrafe bis hin zu einem Klubchef mit Revoluzzer-Ideen.


21 Uhr, Flutlicht, Champions League. In der Allianz Arena empfängt der FC Bayern den belgischen Meister Union Saint-Gilloise – und kann mit einem Sieg vorzeitig das Achtelfinale klarmachen.

Sportlich spricht nahezu alles für die Münchner. Die Mannschaft von Vincent Kompany befindet sich in starker Form, national wie international. In der Ligaphase kassierten die Bayern bislang kaum Gegenwehr, einzig Arsenal konnte Paroli bieten. Chelsea und Paris Saint-Germain wurden dagegen souverän bezwungen.

Besonders beeindruckend bleibt die Heimserie: Seit 37 Champions-League-Heimspielen sind die Bayern in der Gruppen- beziehungsweise Ligaphase ungeschlagen. Ein Erfolg gegen Saint-Gilloise wäre zudem ein echtes Jubiläum – es wäre der 250. Sieg des Rekordmeisters in der Königsklasse.

Doch ganz ohne Makel geht der Abend nicht über die Bühne. Wegen einer UEFA-Strafe bleibt ein Teil der Südkurve leer. Rund 9.000 Fans dürfen das Spiel nicht im Stadion verfolgen. Stimmungseinbußen? Möglich. Ein Selbstläufer? Wohl kaum.

Auch die Personalie Vincent Kompany sorgt für eine besondere Note. Der Bayern-Trainer kennt Union Saint-Gilloise bestens – und hat keine guten Erinnerungen. In seiner Zeit als Coach von Anderlecht verlor er vier Pflichtspiele in Serie gegen den belgischen Klub. Eine Serie, die er nun unbedingt beenden will.

Auf der Gegenseite steht ein Klub, der längst mehr ist als ein Champions-League-Debütant. Union Saint-Gilloise gewann 2025 erstmals seit 90 Jahren wieder die belgische Meisterschaft und mischt auch international mutig mit. Siege in Eindhoven und Istanbul sprechen für sich.

Prägend dafür ist Vorstandschef Alex Muzio. Der Brite gilt als Architekt des sportlichen Aufschwungs – und als einer der schärfsten Kritiker der Machtverhältnisse im europäischen Fußball. Als Vorsitzender der Union of European Clubs stellt er sich offen gegen die großen Klub-Allianzen und fordert mehr Fairness für kleinere Ligen.

Sein Seitenhieb in Richtung München passt ins Bild: Ausgerechnet die ausgesperrten Bayern-Fans könnten, so Muzio, Gefallen an den Ideen der UEC finden. Ein bisschen Revolte, mitten in der Allianz Arena?

Sportlich dürfte am Ende trotzdem die Qualität des FC Bayern entscheiden. Doch die Geschichte dieses Abends reicht weit über 90 Minuten hinaus.