Manuel Neuer sorgt beim 3:0-Sieg des FC Bayern bei Werder Bremen für einen kurzen Schockmoment – der Kapitän bleibt zur Halbzeit in der Kabine. Was steckt dahinter?
Sportlich läuft alles nach Plan, personell gibt es dennoch Fragezeichen. Beim Bundesliga-Auswärtsspiel an der Weser führt der FC Bayern am Samstag bereits 2:0, doch Manuel Neuer kommt nicht mehr aus der Kabine. Für den 39-Jährigen übernimmt Jonas Urbig zwischen den Pfosten.
Der Sieg in Bremen stellt den Sechs-Punkte-Vorsprung auf Borussia Dortmund an der Tabellenspitze der Bundesliga wieder her und hält den Druck im Titelrennen hoch. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die Belastungssteuerung vor den kommenden Wochen – mit Blick auf die Champions League und das straffe Februar-Programm zählt jeder fitte Stammspieler.
Was war passiert? Schon auf dem Weg in die Pause spricht Neuer intensiv mit Torwarttrainer und Medizinern, wenig später macht sich Urbig warm. Der Rekordmeister teilt während der Partie mit, dass der Kapitän über leichte Wadenprobleme klagt. Eine Vorsichtsmaßnahme – mehr nicht?
Nach Abpfiff gibt es Entwarnung. Sportdirektor Christoph Freund spricht bei Sky von einer „Vorsichtsmaßnahme“, es sei „nicht schlimmer“. Auch Max Eberl bezeichnet die Blessur als „nichts Dramatisches“, wie mehrere Medien berichten, unter anderem Welt und Sport1.
Für Urbig ist es bereits der achte Saisoneinsatz. Der 22-Jährige bleibt in der zweiten Hälfte ohne Gegentor, pariert stark gegen Romano Schmid und erlebt eine deutlich intensivere Halbzeit als sein Vorgänger. Ein echtes Bewerbungsschreiben?
Neuer selbst hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit muskulären Problemen zu kämpfen. Erst Anfang Februar fehlte er kurzzeitig wegen eines Infekts im Training, kehrte aber rechtzeitig zurück. Sein Vertrag beim FC Bayern läuft noch bis zum 30. Juni 2026 – die Torwart-Frage über den Sommer hinaus bleibt dennoch ein Dauerthema an der Säbener Straße.
Am Ende überwiegt die Erleichterung. Drei Punkte, weiße Weste – und offenbar kein ernsthafter Neuer-Schock.