Plötzlich Donnerstag, Flutlicht, Bundesliga – und viele Fans reiben sich die Augen. Warum kickt Deutschlands Eliteklasse mitten in der Woche an einem sonst europäisch belegten Tag? Die Antwort liegt im Spielplan, im TV-Vertrag und in einer ganz besonderen Englischen Woche.
Normalerweise verteilt sich eine Englische Woche in der Bundesliga auf Dienstag und Mittwoch. Doch diesmal kommt der Donnerstag dazu. Auslöser ist der neue Medienrechtevertrag, der bis einschließlich der Saison 2028/29 gilt.
Darin ist festgeschrieben, dass es in der einzigen Englischen Woche pro Saison immer ein zusätzliches Spiel am Donnerstagabend um 20:30 Uhr geben darf. Die DFL bestätigte diese Regelung bereits Anfang November – sie ist also kein kurzfristiger Einfall.
Konkret bedeutet das: Neben den Partien am Dienstag und Mittwoch wird ein ausgewähltes Spiel exklusiv auf den Donnerstag gelegt. In dieser Woche trifft der FC Augsburg auf Union Berlin – ein Termin, der sofort Diskussionen ausgelöst hat.
Warum gerade jetzt? Der enge Kalender spielt eine große Rolle. Europapokale, DFB-Pokal, Länderspielphasen – der Platz für Nachhol- oder Zusatzspiele wird immer knapper. Der Donnerstag schafft Luft.
Hinzu kommt der TV-Aspekt. Mit dem Donnerstagsspiel entstehen in einer Woche fünf verschiedene Anstoßzeiten, was für die Sender attraktiv ist und der Liga zusätzliche Reichweite bringt. Für die Vereine heißt das allerdings auch: Umstellung im Rhythmus.
Ein Blick in die Statistik zeigt, wie ungewöhnlich der Termin ist. Seit dem Jahr 2000 gab es vor dieser Saison nur acht Bundesliga-Spiele an einem Donnerstag. Das letzte datierte aus dem Mai 2021 – ein Corona-Nachholspiel.
Für Fans bleibt ein gemischtes Gefühl. Einerseits extra Flutlicht-Fußball, andererseits Anstoßzeiten, die Anreise und Arbeitsalltag erschweren. Muss man sich daran gewöhnen?
Zumindest vorerst bleibt der Donnerstag die Ausnahme. Laut DFL ist pro Saison nur eine Englische Woche mit diesem Modell vorgesehen. Ein dauerhafter Bundesliga-Donnerstag ist also nicht geplant.
Unterm Strich gilt: Der Donnerstag ist kein Zufall, sondern Teil eines langfristigen Plans. Ob er bei Fans und Vereinen ankommt, wird sich zeigen – das letzte Wort ist sicher noch nicht gesprochen.