Karim Adeyemi kommt bei Borussia Dortmund aktuell nicht zur Ruhe. Sportlich droht der einstige Unterschiedsspieler seinen Stammplatz zu verlieren, abseits des Rasens sorgt das nächste Verhalten für hochgezogene Augenbrauen.
Die Szene nach dem 3:0-Heimsieg gegen Werder Bremen passt ins Bild. Während viele BVB-Profis noch Interviews gaben oder in die Kabine zurückkehrten, war Adeyemi bereits auf dem Weg aus dem Stadion. Allein, rund 20 Minuten nach Abpfiff. Intern registriert, extern diskutiert.
Sportlich lief es für den 23-Jährigen zuletzt ebenfalls holprig. Gegen Bremen saß Adeyemi erneut zunächst auf der Bank und durfte erst in der 84. Minute ran. Schon beim 3:3 in Frankfurt blieb ihm nur eine Kurzschicht. Für einen Spieler mit seinem Tempo und Anspruch eine ungewohnte Rolle.
Trainer Niko Kovac setzt derzeit auf andere Optionen in der Offensive. Fabio Silva, Serhou Guirassy oder auch Maximilian Beier liefern Argumente – und lassen Adeyemi zum Edel-Joker schrumpfen.
Doch es ist nicht nur die Formkurve. Seit Wochen steht Adeyemi unter besonderer Beobachtung. Der Wutausbruch im Dezember nach seiner Auswechslung gegen Mönchengladbach, der Gang zum Rapport bei der Klubführung und eine empfindliche Geldstrafe haben Spuren hinterlassen.
Jetzt also der nächste Anlass für Gesprächsstoff. Muss man daraus gleich ein Drama machen? Vielleicht nicht. Aber in einer Phase, in der Vertrauen und Geduld ohnehin auf dem Prüfstand stehen, fällt jedes Detail stärker ins Gewicht.
Fakt ist: Adeyemis Vertrag läuft noch bis 2027, doch seine sportliche Stellung beim BVB wirkt angeschlagen. Die Dortmunder erwarten Reaktionen – auf dem Platz und daneben. Kovac soll intern klar gemacht haben, dass weitere Aussetzer nicht folgenlos bleiben.
Für Adeyemi geht es jetzt um mehr als Einsatzminuten. Es geht um Haltung, Fokus und darum, den eigenen Status zurückzuerobern. Sonst könnte aus einer kleinen Bankrolle schnell ein echtes Zukunftsproblem werden.