Vom WM-Helden zum Wandervogel: Was wurde aus Ex-Bayern-Star James Rodríguez?

Daniel

09. Jan. 2026

Er war der Star der WM 2014, verzauberte Madrid und brachte beim FC Bayern feine Technik auf den Platz. Doch 2026 ist James Rodríguez ohne Verein. Wie konnte es so weit kommen?


Der Name James Rodríguez löst bei vielen Fans noch immer leuchtende Augen aus. Dieses linke Zauberfüßchen, die Tore aus der Distanz, die Eleganz im Zehnerraum. Spätestens mit sechs Treffern bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien spielte sich der Kolumbianer in den Weltfußball-Olymp – und direkt zu Real Madrid.

Dort folgten große Titel, aber auch erste Brüche. Trotz Champions-League-Siegen wurde James nie unumstrittener Stammspieler. Die Leihe zum FC Bayern von 2017 bis 2019 sollte ein Neustart werden – sportlich durchaus gelungen, emotional aber kompliziert. 67 Pflichtspiele, 15 Tore, 20 Vorlagen, zwei Meisterschaften. Zahlen, die sich sehen lassen.

Und trotzdem zog der Rekordmeister die Kaufoption nicht. Nach der Rückkehr zu Real begann eine Phase, die sinnbildlich für den Karriereknick steht: Everton, Al-Rayyan, Olympiakos, São Paulo, Rayo Vallecano – kaum ein Klub blieb länger als ein Jahr. Der einstige Weltstar wurde zum fußballerischen Nomaden.

2025 wagte James noch einmal einen Neustart in Mexiko bei Club León. Kurzzeitig blitzte seine Klasse auf, doch auch dort fand die Zusammenarbeit kein dauerhaftes Fundament. Anfang Januar 2026 meldete der kicker schließlich: James Rodríguez ist vereinslos.

Wie konnte ein Spieler mit diesem Talent so tief fallen? Verletzungen, wechselnde Trainer, taktische Umbrüche – und vielleicht auch der moderne Fußball, der weniger Raum für klassische Zehner lässt. Fragen, auf die es keine einfache Antwort gibt.

Mit 34 Jahren ist James noch immer Nationalheld in Kolumbien, technisch über jeden Zweifel erhaben. Doch für die ganz große Bühne reicht es wohl nicht mehr. Ein Comeback in Europa? Eher unwahrscheinlich. Ein letzter Tanz in Südamerika oder Nordamerika? Gut möglich.

Vom WM-Torschützenkönig zum vereinslosen Routinier – James Rodríguez bleibt eine der schillerndsten, aber auch tragischsten Figuren des modernen Fußballs.