Die Personalsorgen in Dortmunds Defensive waren zuletzt das beherrschende Thema. Nach dem 0:2 in der Champions League gegen Inter Mailand fehlten gleich mehrere Stammkräfte, allen voran Waldemar Anton. Ein Infekt hatte den Abwehrchef ausgebremst, dazu plagten Niklas Süle Rückenprobleme. Jetzt gibt es eine Entscheidung.
Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Heidenheim (Sonntag, 17.30 Uhr, DAZN) ließ Niko Kovač keinen Zweifel: Anton steht wieder zur Verfügung. Der Innenverteidiger trainierte zuletzt individuell, soll nun aber zurück in die Startelf rücken. Risiko? Keines.
Damit ist auch klar, wie die Dortmunder Dreierkette aussehen soll: Anton übernimmt wieder seinen Platz im Zentrum, flankiert von Nico Schlotterbeck und Emre Can. Für Filippo Mané bedeutet das zunächst den Gang zurück auf die Bank. Bitter? Vielleicht. Unverdient? Sicher nicht.
Der 20-Jährige hatte gegen Inter sein Champions-League-Debüt gefeiert und in einer extrem schwierigen Situation geliefert. Zweikampfstark, mutig, präsent. Kovač lobte den Youngster ausdrücklich und erinnerte daran, dass Mané sich nach einem schwierigen Bundesliga-Start in der U23 zurückgekämpft habe. Ein Gewinner trotz Bankplatz.
Für den BVB kommt Antons Rückkehr zur rechten Zeit. In der Liga zählt gegen Heidenheim nur ein Sieg, um Anschluss an die oberen Plätze zu halten. Stabilität in der Defensive soll dafür die Basis bilden – genau das, wofür Anton steht.
Und auch der Blick nach Europa spielt eine Rolle. Nach der Auslosung der Champions-League-Playoffs wartet mit Atalanta Bergamo ein unbequemer Gegner. Kovač warnte bereits vor der Intensität und Physis der Italiener. Umso wichtiger, dass die Abwehr bis dahin wieder eingespielt ist.
Die Marschroute ist klar: Erst Heidenheim, dann Europa. Mit Waldemar Anton als Fixpunkt in der Defensive. Oder anders gefragt: Wer sollte jetzt noch an der BVB-Abwehr zweifeln?