Der VfL Bochum wollte ein Zeichen setzen – und löste einen Sturm aus. Nur wenige Tage vor dem Revierderby gegen Schalke 04 rudert der Klub zurück und begräbt den Trikot-Plan nach massivem Fan-Protest.
Eigentlich sollte alles ganz besonders werden. Schwarzes Sondertrikot, große Symbolik, viel Ruhrpott-Pathos. Doch statt Vorfreude gab es Ärger. Richtig viel Ärger. Der VfL Bochum hat vor dem Derby gegen Schalke 04 die Reißleine gezogen und wird am Samstag doch im klassischen blauen Heimtrikot auflaufen.
Auslöser war das Sondertrikot unter dem Motto „Pulsschlag aus Stahl“, das Anfang der Woche präsentiert wurde. Schwarz statt Blau-Weiß, Bergbau-Optik statt Vereinsfarben – für viele Fans ein No-Go. Innerhalb kürzester Zeit formierte sich Widerstand aus mehreren Fangruppierungen, die dem Verein einen klaren Forderungskatalog vorlegten.
Die Botschaft war eindeutig: Ein Derby im Ruhrstadion geht nur in Blau und Weiß. Alles andere sei ein Marketing-Fehltritt. Auch die Sorge, Schalke könnte im eigenen Stadion farblich dominieren, spielte eine Rolle. Emotional? Ja. Überraschend? Kaum.
Der Verein reagierte schneller als erwartet. Nach internen Gesprächen stand am Donnerstagabend fest: Gegen Schalke wird nicht im Sondertrikot gespielt. Eine Kehrtwende, über die zuerst Bild berichtete und die wenig später auch offiziell bestätigt wurde.
Ganz vom Tisch ist das schwarze Dress allerdings nicht. Der VfL plant, das Trikot beim nächsten Heimspiel gegen den SC Paderborn am 15. Februar zu tragen. Zudem kündigte der Klub an, den gesamten Prozess intern aufzuarbeiten – sensibler, transparenter, näher an der Fanszene.
Sportlich bleibt die Lage angespannt. Bochum braucht Punkte, Schalke reist als Spitzenreiter an. Derby, Abstiegskampf, Fan-Druck – alles drin. Fehlt nur noch die Frage: Gibt es jetzt Rückenwind statt Nebenkriegsschauplätze? Am Samstag um 13 Uhr zählt nur noch eines. Fußball. In Blau.