Üble Szenen in Berlin: Union-Fans gehen auf BVB-Kapitän Can los

Daniel

24. Jan. 2026

Sportlich setzt Borussia Dortmund in Berlin ein Ausrufezeichen – doch rund um Emre Can wird es richtig hässlich. Der BVB-Kapitän gerät beim 3:0-Sieg bei Union Berlin massiv ins Visier der Heimfans.


Der Abend an der Alten Försterei beginnt für den BVB perfekt. Früh nutzt Dortmund die erste große Szene, Emre Can verwandelt den fälligen Elfmeter eiskalt zur Führung. Kontrolle, Ruhe, Effektivität – sportlich passt aus schwarzgelber Sicht vieles.

Doch schnell rückt Can in den Mittelpunkt. Zweikämpfe, Diskussionen, Emotionen. Erst ein hartes Foul, dann eine kleine Rudelbildung, später Gelb – und plötzlich kippt die Stimmung komplett.

Vor allem nach einer Szene, in der ihm Union-Verteidiger Leite auf den Fuß tritt und Can deutlich reagiert, kocht die Alte Försterei. Pfiffe schlagen in Beleidigungen um. Lautstark. Persönlich. Unter der Gürtellinie.

Als Niko Kovac seinen Kapitän nach 69 Minuten vom Feld nimmt, wird es noch einmal besonders unschön. Auf dem Weg zur Bank prasseln Schmähungen aus dem Fanblock auf Can ein.

Dabei gerät fast in den Hintergrund, wie stabil Dortmund insgesamt auftritt. Nico Schlotterbeck köpft nach Ecke das 2:0, Maximilian Beier setzt spät den Deckel drauf. Zwölf Ligaspiele ohne Niederlage – der BVB bleibt dran.

Kovac spricht nach dem Spiel von einem „verdienten Sieg“ und lobt die Reaktion seiner Mannschaft. Zur Can-Thematik hält sich der Trainer öffentlich zurück. Verständlich – aber das Thema bleibt.

Denn solche Entgleisungen werfen Fragen auf. Muss sich ein Nationalspieler so etwas gefallen lassen? Oder braucht es endlich klarere Grenzen auf den Rängen? Sportlich nimmt Dortmund die Punkte mit. Emotional aber bleibt ein bitterer Beigeschmack.