Trauriger Grund: Kevin Kampl beendet seine Karriere

Daniel

21. Jan. 2026

Der Abschied kam leise, aber traf mitten ins Herz. Kevin Kampl zieht nach dem Tod seines Bruders einen radikalen Schlussstrich – und beendet seine Karriere bei RB Leipzig.


Es ist eine Geschichte, die den Fußball plötzlich ganz klein wirken lässt. Kevin Kampl hat seinen Vertrag bei RB Leipzig aufgelöst und seine aktive Laufbahn beendet. Nicht aus sportlichen Gründen, sondern wegen eines Schicksalsschlags, der alles verändert hat.

Am 22. Oktober starb Kampls älterer Bruder Seki völlig überraschend an einem Herzinfarkt. Wenige Tage zuvor hatten sie noch gemeinsam Geburtstag gefeiert. Dann kam der Anruf, die Reise nach Solingen, das Krankenhaus. Ein Moment, der bis heute nachwirkt.

In einem Interview sprach Kampl nun erstmals ausführlich über diese Zeit. Die vergangenen zweieinhalb Monate seien die schlimmsten seines Lebens gewesen. Worte, die hängen bleiben. Worte, die erklären, warum der 35-Jährige keinen Kopf mehr für Profifußball hatte.

Als Kampl Mitte November erstmals wieder in Leipzig war, wurde ihm klar: So geht es nicht weiter. Gemeinsam mit seiner Frau traf er die Entscheidung, nach Hause zu gehen. Dorthin, wo er jetzt gebraucht wird. Familie vor Fußball – ohne Wenn und Aber.

Besonders schwer wiegt die Situation seines Vaters. Mehrere Schlaganfälle, schwere gesundheitliche Probleme, Pflegebedarf. Die Verantwortung lag früher bei Bruder Seki, nun stemmt sie die Mutter. Kampl selbst ist täglich am Grab seines Bruders.

„Er war alles für mich“, sagte Kampl. Vaterfigur, bester Freund, Mentor. Zehn Jahre Seite an Seite, im Leben wie im Alltag. Wie soll man da einfach weitermachen, als wäre nichts passiert?

Sportlich blickt Kampl dennoch ohne Groll zurück. 270 Bundesliga-Spiele, zwei DFB-Pokalsiege, achteinhalb Jahre bei RB Leipzig. Am vergangenen Wochenende verabschiedeten ihn Fans und Klub unter Tränen. Ein stiller, würdiger Abschied.

Ob Kampl dem Fußball in anderer Rolle erhalten bleibt, ist offen. Jetzt zählt nur eines. Zeit für die Familie. Alles andere muss warten.