Das Aus von Xabi Alonso bei Real Madrid schlägt weiter hohe Wellen – und sorgt auch in München für ungläubiges Kopfschütteln. Bayern-Sportdirektor Christoph Freund findet deutliche Worte und zeigt offen seine Verwunderung über die Entscheidung der Königlichen.
Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt ist das Abenteuer Xabi Alonso bei Real Madrid schon wieder Geschichte. Nach der Niederlage im Supercopa-Finale gegen den FC Barcelona zog der Klub die Reißleine – ein Schritt, der selbst erfahrene Fußball-Funktionäre überrascht hat.
Einer davon: Christoph Freund. Der Sportdirektor des FC Bayern reagierte bei Sky sichtlich erstaunt auf die Entscheidung aus Madrid. „Ich war sehr überrascht. Xabi ist ein außergewöhnlich guter Trainer“, sagte der Österreicher und brachte damit auf den Punkt, was viele in der Szene denken.
Klar, Freund kennt die Mechanismen des Geschäfts. Trainerwechsel gehören zum Alltag, gerade bei Topklubs. Doch in diesem Fall?
„Es ist schon ein bisschen verrückt, in so kurzer Zeit“, schob Freund hinterher. Vor allem mit Blick auf Alonsos jüngste Vergangenheit. In Leverkusen hatte der Spanier zuvor beeindruckende Arbeit abgeliefert und sich europaweit einen exzellenten Ruf erarbeitet.
Gleichzeitig blieb der Bayern-Boss fair und zurückhaltend. Interna aus Madrid kenne er nicht, betonte Freund. „Ich habe keinen Einblick, was dort alles passiert. Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen.“ Trotzdem: Die Verwunderung bleibt.
Fakt ist: Alonso musste trotz solider sportlicher Ausgangslage gehen. In La Liga lag Real zum Zeitpunkt der Trennung auf Rang zwei, in der Champions League war das Team ebenfalls im Rennen. Ausschlaggebend sollen neben der Supercopa-Pleite auch interne Spannungen gewesen sein, vor allem das angespannte Verhältnis zu Vinícius Júnior sorgte zuletzt für Schlagzeilen.
Die Königlichen reagierten sofort und beförderten Álvaro Arbeloa von der zweiten Mannschaft zum Cheftrainer. Ein typischer Real-Move – kompromisslos, konsequent, gnadenlos.
Für den FC Bayern bekommt die Personalie dadurch eine besondere Note. Alonso galt vor der Verpflichtung von Vincent Kompany als Wunschkandidat in München. Dass seine Zeit in Madrid nun so abrupt endet, wirkt aus deutscher Sicht fast schon bitter.