Die 36 Proficlubs stellen die Weichen neu: Der Ligaverband benennt sich ab 2026 in „Bundesliga“ um, führt eine eigene U21-Liga ein und deckelt die Kaderkosten. Eine Mitgliederversammlung mit Signalwirkung.
Dieser Dienstag könnte in die Geschichtsbücher eingehen: Auf der Mitgliederversammlung haben alle 36 Vereine aus Bundesliga und 2. Liga einstimmig für ein ganzes Reformpaket gestimmt. Ab der Saison 2026/27 firmiert die Deutsche Fußball Liga offiziell als „Bundesliga“. Aus dem DFL e.V. wird der Bundesliga e.V., aus der DFL GmbH die Bundesliga GmbH. Ziel: mehr Klarheit, mehr Markenpower, klare Abgrenzung zum DFB – und ein einheitlicher Auftritt wie in anderen europäischen Topligen.
Doch die Umbenennung ist nur der Anfang: Sportlich setzt die Liga auf die Zukunft – mit einer neuen U21-Liga, die ebenfalls ab 2026/27 startet. Der zusätzliche Wettbewerb soll Talenten im Übergang vom Nachwuchs- in den Profibereich mehr Spielzeit geben. Zwei Serien im Ligamodus sind geplant, die besten Teams qualifizieren sich für ein Finalturnier. Gespielt wird ohne großes Publikum, um Aufwand und Kosten gering zu halten.
Die Idee ist nicht neu, aber nun Realität. Jürgen Klopp hatte sich bereits 2025 im kicker für ein solches Modell starkgemacht, angelehnt an die englische Premier League 2. Auch eine prominent besetzte Expertengruppe mit Vertretern von Bayern, Frankfurt, St. Pauli und dem DFB arbeitete an dem Konzept. Geschäftsführer Marc Lenz betont laut kicker, dass bessere Nachwuchsentwicklung entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Liga sei.
Mit der neuen Kaderkostenregel zieht die Liga die finanzielle Zügel an. Künftig dürfen die Ausgaben für den Lizenzspielerkader maximal 70 Prozent der relevanten Einnahmen betragen. Die Einführung erfolgt 2026/27 zunächst mit abgeschwächten Sanktionen, ab 2028/29 greift das System vollständig. Bei Verstößen drohen Geldstrafen, Punktabzüge oder sogar Spielberechtigungssperren, wie kicker berichtet.
Ligapräsident Hans-Joachim Watzke lobt zwar die bisherige Finanzdisziplin der Klubs, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Die Regel orientiert sich an den UEFA-Vorgaben, geht in Teilen jedoch mit einem eigenen Sanktionssystem darüber hinaus. Ziel bleibt klar: finanzielle Stabilität sichern, ohne die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.
Neuer Name, neue Liga, neue Regeln – ist das der Startschuss für eine modernisierte Bundesliga-Ära?