Fanprojekt München erhebt schwere Vorwürfe gegen Dortmunder Polizei

Daniel

05. März 2026

Nach dem Bundesliga-Kracher zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern schlagen die Wellen weiter hoch. Das Münchner Fanprojekt geht nun mit deutlichen Worten auf die Dortmunder Polizei los – und spricht von bundesweit einmaligen Maßnahmen.


Sportlich lieferte der Klassiker am 28. Februar im Signal Iduna Park alles, was man sich von einem Topspiel erhofft. Doch abseits des Rasens dominieren seit Tagen unschöne Szenen die Schlagzeilen. Vor dem Anpfiff gerieten Teile der Bayern-Fans mit der Dortmunder Polizei aneinander – der Gäste-Support blieb anschließend spürbar gedämpft.

Auslöser der Eskalation soll laut Polizei der Versuch gewesen sein, eine Einlasskontrolle rund zwei Stunden vor Spielbeginn zu durchbrechen. Fünf Beamte, ein Ordner sowie vier Unbeteiligte wurden dabei verletzt, rund 30 Strafanzeigen folgten. Zudem stellte Borussia Dortmund Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs.

Doch damit endet die Geschichte nicht: Am Dienstag meldete sich das Fanprojekt München mit einer scharfen Stellungnahme zu Wort. Ein Vorgehen „in dieser Intensität und Undifferenziertheit“ habe man bundesweit bislang nicht erlebt, heißt es in der Mitteilung, über die unter anderem der kicker berichtet. Die Betreuer fordern eine kritische Aufarbeitung der Maßnahmen.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf eines undifferenzierten Einsatzes von Schlagstöcken und Pfefferspray. Laut Fanprojekt seien auch Vereinsverantwortliche und Mitarbeiter der Fanprojekte betroffen gewesen. Mehrere Personen hätten Verletzungen erlitten, teils sogar schwerere – ein Vorwurf, der die Debatte weiter anheizt.

Bereits am Sonntag hatte die aktive Münchner Südkurve nachgelegt. In einer gemeinsamen Erklärung sprach sie davon, dass das Ausmaß der Polizeigewalt vergleichbare Vorfälle in Madrid oder Athen übertroffen habe. Ein drastischer Vergleich – und bewusst so gewählt.

Die Dortmunder Polizei weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Der stellvertretende Polizeipräsident Achim Stankowitz kritisierte „reflexhafte Schuldzuweisungen“ und verwies auf Videomaterial, das man in ein laufendes Strafverfahren einbringen werde.

Es steht Aussage gegen Aussage. Klar ist: Der Bundesliga-Gipfel wirkt noch lange nach. Während Bayern und BVB den Fokus wieder auf den sportlichen Endspurt legen, schwelt im Hintergrund ein Konflikt, der weit über 90 Minuten hinausgeht. Und die Frage bleibt: Wer trägt am Ende die Verantwortung für die Eskalation vor dem Stadion?