Borussia Dortmund steht sportlich unter Dauerbeobachtung – und diesmal geht es nicht um Transfers oder Tabellenplätze. Der Vorwurf wiegt emotional schwer: Der BVB habe seinen einst elektrisierenden Spielstil verloren. Und mittendrin steht wieder einmal Karim Adeyemi.
„Nicht mehr sexy“ – diese Formulierung trifft Fans ins Herz. Borussia Dortmund, einst Synonym für Tempo, Risiko und wilde Spiele, wirkt aktuell oft berechenbar, kontrolliert, manchmal sogar brav. Genau das kritisiert ein Kommentar bei WEB.DE deutlich.
Was fehlt, ist das Gefühl von Unberechenbarkeit. Der BVB verwaltet Spiele phasenweise, statt sie an sich zu reißen. Ballbesitz ja, aber ohne Biss. Kontrolle ja, aber ohne Ekstase.
Gerade im Offensivspiel fällt das auf. Früher ging es vertikal, schnell, gnadenlos. Heute wirkt vieles wie ein Sicherheitslauf. Die Handschrift mag strukturierter sein – aber reißt sie noch mit?
In dieser Debatte landet Karim Adeyemi zwangsläufig im Rampenlicht. Kaum ein Spieler verkörpert eigentlich so sehr das alte Dortmunder Versprechen: Tempo, Tiefgang, Eins-gegen-eins. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn genau das zu selten kommt.
Seine Auftritte schwanken. Mal blitzt das enorme Potenzial auf, dann wieder verzettelt er sich, trifft falsche Entscheidungen oder taucht ab. Für einen Spieler mit seinem Profil ist das zu wenig – vor allem in einem System, das ohnehin an Explosivität eingebüßt hat.
Hinzu kommt die Körpersprache. Adeyemi wirkt nicht immer präsent, nicht immer konsequent im Gegenpressing, nicht immer klar im Kopf. Details, die Fans und Beobachter sofort wahrnehmen.
Natürlich trägt nicht ein einzelner Spieler die Verantwortung für den Gesamteindruck. Der Vorwurf richtet sich an die gesamte Mannschaft – und an die Idee, wie Fußball in Dortmund aktuell interpretiert wird. Doch Spieler wie Adeyemi stehen sinnbildlich für das, was fehlt.
Die entscheidende Frage bleibt: Will der BVB wieder riskanter sein? Wieder wilder, lauter, unangenehmer? Oder ist „nicht mehr sexy“ der Preis für Stabilität?