BVB nach Tottenham-Pleite: Ist das schon der Anfang vom Ende für Kovac?

Daniel

24. Jan. 2026

Nach der blutleeren Vorstellung in London schrillen beim BVB die Alarmglocken. Die 0:2-Pleite gegen Tottenham stellt nicht nur die Mannschaft, sondern vor allem Trainer Niko Kovac massiv infrage.


Es war einer dieser Abende, die nachwirken. Still, ernüchternd, beunruhigend. Borussia Dortmund verliert in der Champions League bei den Tottenham Hotspur mit 0:2 – und noch schwerer als das Ergebnis wiegt die Art und Weise. Kaum Zugriff, kaum Mut, kaum BVB-DNA.

Plötzlich steht Niko Kovac im Fokus wie nie zuvor. Der Coach, der den Klub vor rund einem Jahr stabilisierte und zurück in die Königsklasse führte, sieht sich nun mit Vorwürfen konfrontiert, die man in Dortmund nur allzu gut kennt: Wo ist die Entwicklung? Wo der klare Plan? Und vor allem: Wo bleibt der Fußball, für den dieser Klub steht?

Kovac setzt auf Pragmatismus, auf Kontrolle, auf Absicherung. Das brachte Punkte, keine Frage. Doch spätestens in London wurde deutlich, wie dünn die Decke ist, wenn Intensität und Mentalität fehlen. Nur 36 Prozent gewonnene Zweikämpfe – selbst Kovac sprach danach von einer selbstverschuldeten Niederlage und stellte die Mentalitätsfrage.

Ist das genug für die Ansprüche dieses Vereins? Sportdirektor Sebastian Kehl fand nach dem Spiel auffallend deutliche Worte. Man müsse jetzt sehr kritisch sein, um nicht in ein paar Wochen alles verspielt zu haben. Ein Satz, der offiziell an die Mannschaft gerichtet war – aber natürlich auch den Trainer einschließt. Intern soll die Unruhe wachsen.

Brisant: Viele Probleme wirken erschreckend vertraut. Schon unter Vorgänger Nuri Şahin hakte es an einer klaren Spielidee. Damals kostete eine Ergebniskrise den Job. Kovac hat sich durch Resultate Zeit erkauft, doch der Kredit schrumpft. Fans sehnen sich nach mutigem, offensivem Fußball – nicht nach Zittern trotz Führung.

Kovac selbst wird kaum von seinem Ansatz abrücken. Basisarbeit, Stabilität, Verwaltung – das ist seine Überzeugung. Die Verantwortlichen wussten das. Aber reicht das, um dauerhaft erfolgreich zu sein? Oder läuft der BVB Gefahr, sportlich stehenzubleiben?

Die nächsten Wochen werden zur Bewährungsprobe. In der Bundesliga warten unangenehme Aufgaben, international steht der BVB unter Zugzwang. Klar ist: Noch so ein Auftritt wie gegen Tottenham – und die Frage nach dem Anfang vom Ende wird lauter denn je.