Der Hamburger SV kassiert kurz vor Transferschluss einen herben Dämpfer: Der bereits weit fortgeschrittene Wechsel von BVB-Linksverteidiger Almugera Kabar ist überraschend geplatzt.
Alles sah nach einem schnellen Vollzug aus: Der HSV wollte seine Abwehr noch einmal nachjustieren und hatte mit Almugera Kabar ein junges, spannendes Profil ausgemacht. Der 19-Jährige von Borussia Dortmund war bereits in Hamburg, saß am Samstagabend beim 2:2 gegen den FC Bayern sogar auf der Tribüne im Volksparkstadion. Ein Leihgeschäft bis Saisonende, möglicherweise mit Kaufoption, stand im Raum.
Doch dann kam die Kehrtwende: Wie zuerst das Hamburger Abendblatt und anschließend auch Sky berichteten, gingen die Einschätzungen nach dem Medizincheck auseinander. Während der BVB offenbar von einer zeitnahen Einsatzfähigkeit ausging, hatten die HSV-Verantwortlichen Zweifel, ob Kabar sofort helfen kann. Laut Sky-Reporter Patrick Berger herrschten unterschiedliche Auffassungen über den Fitnesszustand des Defensivspielers.
Knackpunkt soll das Knie gewesen sein. Kabar hatte zuletzt eine Bänderdehnung auskuriert, galt eigentlich als wieder fit. In Hamburg kam man jedoch offenbar zu dem Schluss, dass die Verletzung noch nicht vollständig überwunden ist. Intern rechnete man wohl damit, dass der Youngster noch mehrere Wochen benötigen würde, ehe er voll ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Für einen Aufsteiger, der kurzfristig Stabilität sucht, ein Risiko zu viel?
Damit platzt ein Deal, der schon als nahezu perfekt galt. Besonders bitter: Der HSV hatte Kabar als Option für die linke Abwehrseite eingeplant, wo der Konkurrenzkampf überschaubar ist. Nun steht die sportliche Führung erneut unter Zugzwang. Bis Montagabend bleibt Zeit, um nach Alternativen Ausschau zu halten – oder das Thema Linksverteidiger wird vertagt.
Und Kabar? Der deutsche U20-Nationalspieler kehrt vorerst nach Dortmund zurück, wo er noch einen Vertrag bis 2028 besitzt. Ob sich im Sommer ein neuer Anlauf ergibt oder andere Klubs zuschlagen, bleibt offen. Klar ist nur: Dieser Transfer-Krimi endet für den HSV ohne Happy End.