Abseits vor Revolution? FIFA denkt über radikale Regeländerung nach

Daniel

02. Jan. 2026

Die Abseitsregel sorgt seit Jahren für Frust, Diskussionen und VAR-Wartezeiten. Jetzt könnte ausgerechnet die FIFA für eine kleine Revolution sorgen – und Millimeter-Entscheidungen bald Geschichte sein lassen.


Kaum eine Fußballregel wird so leidenschaftlich diskutiert wie das Abseits. Ein Zeh zu weit vorne, ein Knie in der falschen Position – und der Torjubel erstickt im Keim. Genau dieses Problem hat nun auch FIFA-Präsident Gianni Infantino offen angesprochen.

Beim World Sports Summit in Dubai erklärte der Schweizer, dass man die Abseitsregel erneut prüfe. Ziel: mehr Attraktivität, mehr Offensive, weniger Unterbrechungen. Der brisanteste Gedanke dabei: Abseits soll künftig erst dann vorliegen, wenn ein Angreifer komplett vor dem letzten Verteidiger steht.



Heißt im Klartext: Überschneiden sich Körperteile von Angreifer und Verteidiger noch, wäre das Spiel weiter offen. Kein Abseits mehr wegen einer Fußspitze. Kein VAR-Linienziehen wegen Millimetern.

Die Idee ist nicht neu. Arsène Wenger, FIFA-Direktor und frühere Trainerlegende, treibt diese Auslegung bereits seit Jahren voran. Die sogenannte „Wenger-Regel“ wird laut Berichten sogar schon in einzelnen Nachwuchswettbewerben getestet.

Mehr Tiefenläufe, mehr Risiko, mehr Tore – so zumindest die Hoffnung. Gleichzeitig könnten Schiedsrichter und VAR entlastet werden, weil die Entscheidungen klarer und für Fans besser nachvollziehbar wären. Genau daran hakt es aktuell immer wieder, etwa in Bundesliga oder Champions League.

Entschieden ist allerdings noch nichts. Zuständig für Regeländerungen ist das International Football Association Board. Das IFAB trifft sich am 20. Januar 2026 zur nächsten Sitzung. Dort dürfte das Thema ganz oben auf der Agenda stehen.

Kommt es zu einer Einigung, könnte die neue Auslegung bereits zur Saison 2026/27 eingeführt werden. Bis dahin wird weiter diskutiert – emotional, versteht sich. Denn was wäre Fußball ohne Abseitsdebatten?