Der BVB verliert mitten in der Saison einen wichtigen Baustein in der Defensive: Der FC Chelsea hat die Rückhol-Option gezogen und beendet die Leihe von Aaron Anselmino vorzeitig.
Damit ist klar: Borussia Dortmund muss ab sofort ohne den argentinischen Innenverteidiger planen. Wie zuerst der kicker berichtete, machten die Londoner von einer vertraglich fixierten Klausel Gebrauch und holten den 20-Jährigen zurück an die Stamford Bridge. Ein Schritt, der den BVB kalt erwischt.
Anselmino war erst im Sommer bis 2026 ausgeliehen worden, sollte Spielpraxis sammeln und sich auf Bundesliga-Niveau entwickeln. Nach anfänglichen Verletzungsproblemen kämpfte sich der Youngster zuletzt zurück und hinterließ Eindruck. Zehn Pflichtspiele, ein Tor, dazu kompromisslose Zweikämpfe – der Trend zeigte klar nach oben. Ausgerechnet jetzt zieht Chelsea die Option.
Warum der abrupte Schnitt? In England kämpft Chelsea weiter mit personellen Sorgen in der Abwehr. Der neue Trainer Liam Rosenior will Anselmino offenbar sofort im eigenen Kader sehen. Berichten zufolge fiel die Entscheidung auch deshalb, weil andere Leihspieler auf derselben Position nicht zurückgeholt werden sollen.
Für den BVB bedeutet das ein echtes Problem: Trainer Niko Kovac hatte zuletzt mehrfach betont, wie wertvoll Anselmino für die Defensive sei – gerade in einer Phase, in der Verletzungen und Formschwankungen die Planung erschweren. Sportdirektor Sebastian Kehl bestätigte schon Anfang Januar die Existenz der Klausel, hoffte aber bis zuletzt auf einen Verbleib. Vergeblich.
Jetzt stellt sich die große Frage: Reagiert Dortmund noch auf dem Transfermarkt? Intern wird geprüft, ob kurzfristig nachgelegt werden muss. Ein Ersatz aus dem eigenen Kader? Möglich. Eine externe Lösung? Nicht ausgeschlossen. Klar ist: Die Zeit drängt.
Anselmino selbst verabschiedet sich nach nur wenigen Monaten – sportlich und emotional. Bei den Fans hatte sich der Argentinier mit seiner aggressiven, kompromisslosen Spielweise schnell Respekt erarbeitet. „Never fall in love with a loan player“ – diese Warnung bewahrheitet sich in Dortmund einmal mehr.
Während Chelsea den nächsten Baustein für die eigene Zukunft einsammelt, bleibt beim BVB vor allem Ernüchterung. Und die Hoffnung, dass der nächste Abwehrplan schneller greift als dieser.