Fussball aus der Datenmaschine

Im Magazin VICE sprach der Fussball-Forscher Oliver Müller über die Ablösesummen im Fussball und rückte die jüngere Vergangenheit etwas in den Kontext. So erklärt Müller:

„Ich würde sagen, dass in den letzten Wochen auf dem Transfermarkt eine Art Inflation eingesetzt hat. Das fing schon mit den TV-Geldern aus England und dem wachsenden chinesischen Markt an.

Der Transfer von Neymar, beziehungsweise das Geld, was aus Katar in den Markt floss, hat das nochmal beschleunigt.“

Dazu sprach er aber auch über seinen Algorithmus, welcher den Marktwert von Fussballern grundsätzlich sehr gut voraussagen kann:

„Wir haben den Algorithmus mit transfermarkt.de und tatsächlich gezahlten Transfersummen verglichen.

Dazu haben wir über einen Zeitraum von fünf Jahren alle Transfers in den Topligen herangezogen, bei denen nicht der Vertrag auslief.

Wir haben festgestellt, dass unsere Schätzungen insgesamt vergleichbar mit den Schätzungen der Fans auf transfermarkt.de sind – allerdings können wir ‚auf Knopfdruck‘ schätzen.“

Diesen „Knopfdruck“ nutzte er nun, um den Transfer von Dembélé richtig einzuordnen.

Ousmane Dembélé ist weit (weit) über seinem Preis gewechselt

(Photo credit should read GUENTER SCHIFFMANN/AFP/Getty Images)

Laut dem Modell von Müller hatte Ousmane Dembélé gerade einmal einen Marktwert von 37 Millionen Euro. Somit hat der BVB mehr als 100 Millionen Euro über seinem Marktwert beim Transfer erzielen können.

Auch Anthony Modeste ist letztendlich über seinem Marktwert nach China gewechselt. Der Wert lag bei 17 Millionen Euro und der 1 FC Köln hat am Ende 35 Millionen Euro für ihn kassiert.

Oliver Müller gab auch eine Schätzung ab, welcher BVB-Profi als nächstes das große Interesse der Superclubs im nächsten Sommer wecken könnte.

So nannte er Christian Pulisic als einen Spieler, dessen Marktwert in letzter Zeit enorm gestiegen ist. Allerdings:

(PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

„Bei ihm befürchte ich, dass es nächste Saison wie mit Dembélé laufen könnte und ein englischer Verein vielleicht das Portemonnaie aufmachen wird.“

Dem BVB droht das nächste Wechsel-Chaos…

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