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Schmelzer im DFB-Team

„Er hat gegen Österreich kein gutes Spiel gemacht. Viele Alternativen gibt es jetzt aber auch nicht, also müssen wir mit Marcel Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten.“ Diese Aussage traf Jogi Löw auf einer Pressekonferenz, vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland, im Oktober 2012 und machte damit mehr als deutlich, welch geringen Stellenwert Marcel Schmelzer bei ihm besitzt.

Zwar entschuldigte sich Löw wenig später öffentlich bei Schmelzer und erklärte, dass er sich unglücklich ausgedrückt habe, doch das Vertrauen zwischen Spieler und Trainer war seitdem schwer belastet. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gab Schmelzer offen zu, er sei “aus allen Wolken gefallen“, als er Löws Worte gehört hatte und fühlte sich ungerecht behandelt.

Schmelzer beim BVB

Denn bereits seit einigen Jahren war Schmelzer zu dem Zeitpunkt schon Stammspieler unter Jürgen Klopp, hatte mit dem BVB zweimal hintereinander die Deutsche Meisterschaft gewonnen und spielte regelmäßig in der Champions League. In den weiteren Spielen der WM-Qualifikation wurde Schmelzer zwar weiterhin eingesetzt, kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien dann jedoch aus dem endgültigen Kader gestrichen und ist seitdem nie wieder von Löw für die Nationalmannschaft nominiert wurden.

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Und das obwohl sich Schmelzer sich in den vergangen Jahren noch einmal enorm weiterentwickelt hat, mit dem BVB im Champions-League-Finale stand, er auch unter Thomas Tuchel unangefochtener Stammspieler war und diese Saison den DFB-Pokal gewinnen konnte.

Unterstützung von Watzke

(SASCHA SCHUERMANN/AFP/Getty Images)

Seit vergangenem Sommer trägt Schmelzer sogar die Kapitänsbinde, übernimmt auf und neben dem Platz viel Verantwortung und ist bei Borussia Dortmund zu einem der Eckpfeiler der Mannschaft geworden. Auch die Chefetage um Joachim Watzke stärkt Schmelzer den Rücken und kritisierte Bundestrainer Löw scharf, als dieser auch bei der EM in Frankreich auf den Linksverteidiger verzichtete:  „Es gibt nicht einen Grund, der gegen Schmelzer als Nationalspieler spricht. Zumal er in dieser Saison unfassbar konstant starke Leistungen zeigt. Es stößt ja längst nicht nur bei mir auf Unverständnis, dass man an ihm komplett vorbeigeht.“

Trotz alledem sieht es so aus, als würde Jogi Löw seiner Linie treu bleiben und in seiner Amtszeit nicht mehr auf die Dienste von Marcel Schmelzer zurückgreifen. Sehr schade für den Musterprofi Schmelzer und darüber hinaus mehr als unverständlich!

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