Fährt der BVB eine Doppelmoral?

Natürlich sind alle BVB-Fans sauer auf Ousmane Dembélé, der mit einem Trainingsstreik erfolgreich den BVB-Bossen die Hände gebunden hat in der Verhandlung mit dem FC Barcelona.

Statt einfach nur ‚Nein‘ sagen zu können mussten sich Watzke, Bosz und Zorc auch mit der Situation befassen, wie man Dembélé wieder in den Club integrieren würde, nachdem er das Training gestreikt hat.

Zahlreiche Experten, Mitspieler und Journalisten haben deshalb auf Dembélé eingeprügelt – zurecht. Denn der junge Franzose hat einen Vertrag unterschrieben, den er dann missachten wollte und sich letztendlich auch erfolgreich zu seinem nächsten Club gestreikt.

Nun muss allerdings auch die Frage gestellt werden: Weshalb schreit bei Jadon Sancho niemand auf?

Jadon Sancho erstreikt sich seinen Wechsel zum BVB

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In einem Interview hat Pep Guardiola sich nun ausführlich über Jadon Sancho geäußert, den er selbst gerne im Verein gehalten hätte:

„Wir hatten Einigung mit Sancho erzielt und uns auch schon die Hand gereicht. Wir hatten ihm einen großartigen Vertrag angeboten.“

So hätte Jadon Sancho bereits als 17-Jähriger 1,5 Millionen Euro im Jahr bei Manchester City verdienen können.

Dann jedoch die Kehrtwende. Pep Guardiola:

„Bevor wir in die USA gereist sind, dachten wir, dass nun der nächste Schritt ist, jeden Tag zu trainieren.“

Jadon Sancho hatte sich jedoch gegen die Vertragsunterschrift entschieden und machte letztendlich das gleiche, wie Ousmane Dembélé. Auch er ging in den Trainings-Streik und tauchte auf einmal ab.

So sah sich Manchester City am Ende dazu gezwungen, den jungen Engländer zum BVB ziehen zu lassen. Dort sah Sancho die größere Möglichkeit sein ganzen Potential zu entfalten.

Pep Guardiola: „Selbst nachdem wir uns die Hand gereicht hatten, obwohl sie den Vertrag ablehnten, haben wir uns noch einmal mit seinem Vater und seinem Berater getroffen. Aber was soll man machen, wenn sie wiederholt „nein, nein“ sagen.“


GeileTore meint: Wir müssen aufpassen, dass wir uns die Geschichten nicht so zusammenlegen, wie sie uns am besten passen. Dembélé ist der böse, weil er sich aus der Bundesliga raus streikt. Jadon Sancho wiederum wird für sein Verhalten nicht kritisiert sondern wir freuen uns über ein riesiges Talent aus der Premiere League.

Am Ende können wir nur hoffen, dass Sancho ein wenig von Leuten wie Christian Pulisic lernt, der in seiner Entwicklung als Mensch weiter zu sein scheint als Sancho und Dembélé.