Vom Training freigestellt

Es ist wohl einer der ereignisreichsten Transfersommer in der langen Geschichte von Borussia Dortmund. Die Verpflichtungen von Dahoud, Toprak oder Philipp gingen fast schon unter, da sich der Verein eigentlich nur mit zwei Personalien beschäftigen musste: Aubameyang und Dembele.

Da der Transfer von Aubameyang nach China wegen diversen Faktoren scheiterte, ist mittlerweile klar, dass der Gabuner für mindestens ein halbes Jahr weiterhin in Dortmund auf Torejagd gehen wird.

Die Geschichte um Ousmane Dembele und seinen Traum in Barcelona die Nachfolge von Neymar anzutreten, wird jedoch immer kurioser und erlebte am gestrigen Donnerstag seinen vorläufigen Höhepunkt.

Wo ist Dembele?

(Photo by Deniz Calagan/Getty Images)

Der Verein Borussia Dortmund teilte in einem offiziellen Statement mit: „Der FC Barcelona hat ein Angebot unterbreitet, welches nicht dem außerordentlichen fußballerischen und sonstigen Stellenwert des Spielers und auch nicht der derzeitigen wirtschaftlichen Marktsituation des europäischen Transfermarktes entsprach.“

Deshalb sei „mit einem Transfer des Spielers zum FC Barcelona nicht zu rechnen.“ Heißt im Klartext: Der Franzose muss in Dortmund bleiben!

Diese Nachricht kam bei dem Youngster aber scheinbar so schlecht an, dass er sich kurzerhand dazu entschied, dem Training beim BVB fern zu bleiben und mit einem Streik den Wechsel nach Spanien zu erzwingen.

Dortmund-Manager Michael Zorc will dies jedoch nicht einfach so hinnehmen und verkündete: „Offenbar hat sich der Spieler bewusst zu diesem Schritt entschieden. Deswegen ist Ousmane Dembele bis nach dem Pokalspiel am Wochenende vom Trainings- und Spiel-Betrieb suspendiert.“

Die Geldstrafe soll im unteren sechsstelligen Bereich liegen!


Chaos!

Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images

GeileTore.de hat es ja schon fast geahnt: Der Wechsel-Poker um Ousmane Dembele könnte zu einer echten Schlammschlacht werden. Der Spieler war sich anscheinend sehr sicher, dass sich die beiden Vereine über einen Transfer einigen können und löschte sogar alle BVB-Bezüge in den sozialen Medien.

Wir können uns derzeit nur schwer vorstellen, dass Dembele tatsächlich in der kommenden Saison noch in Dortmund spielen wird. Die Vergangenheit hat gezeigt: Wenn ein Spieler wirklich weg will, bekommt er am Ende nahezu immer, was er will.

Aber: Der FC Barcelona müsste das 120-Millionen Euro-Angebot noch einmal ordentlich aufbessern, auch wenn der Spieler diese Summe nicht rechtfertigen würde. Interessant wird es jedoch sein, wenn die Katalanen zeitnah einen anderen Neymar-Nachfolger präsentieren. Dann hat der BVB einen unzufriedenen Dembele im Kader, der wohl niemals wieder so viel Geld einbringen würde…

  • Christel Keuntje

    Falls Dembele meint, beim BVB lustlos spielen zu müssen, dann wird er wohl häufig gar nicht, bzw. u. U. im BVB II eingesetzt werden, und erst recht nicht in der CL. Dann wäre er in kürzester Zeit „weg vom Fenster“ und ohne Erfolge. Das kann er in seinem eigenen Interesse nicht wollen! Will er das 4 Jahre durchhalten?

    Die einzige Lösung wäre für ihn, mit dem BVB zu sprechen und zu erreichen, dass man ihn vielleicht in einem oder zwei Jahren – bei einer angemessenen Ablöse – vorzeitig gehen läßt. Natürlich nur bei entsprechender Leistung.