Holger Badstuber zu Schalke 04

Nun ist endlich Klarheit: Holger Badstuber wird für den Rest der Saison vom FC Bayern an Schalke 04 ausgeliehen, damit er die dringend benötigte Spielpraxis sammeln kann, die ihm in den letzten Jahren gefehlt hat.

Mündlich einigten sich Rummenigge und Badstuber demnach auf eine Vertragsverlängerung um ein Jahr, was den Wechsel zu Schalke dann schlussendlich möglich machte.

Der richtige Schritt für Badstuber? Eher der einzige, den er noch gehen kann.

Holger Badstuber und der Profi-Fussball

Angefangen hatte alles mit Louis Van Gaal, der als wichtigen Eckpfeiler seiner Innenverteidiger-Philosophie durchboxte, dass der damalige Jugendspieler Holger Badstuber einen Stammplatz in der Innenverteidigung beim FC Bayern München bekam.

Gemeinsam mit Thomas Müller stand er so symbolisch für das große Vertrauen und das System-Denken, welches Louis Van Gaal beim FC Bayern München implementierte.

Das riesen Talent von Badstuber blitzte dabei schnell auf – nicht umsonst hatte bereits Hermann Gerland vor Jahren prophezeit, dass Badstuber und Hummels eines Tages die Innenverteidigung der deutschen Nationalmannschaft stellen werden.

In der Saison 2012/13 dann der große Schock – Badstuber Riss sich das Kreuzband und viel insgesamt fast 2 Jahre aus. Bei jedem folgenden Comeback dann schnell der erneute Rückschlag. Direkt auf den Kreuzbandriss folgte ein Sehnenriss in der Saison 2014/15, welcher wieder dafür sorgte, dass Badstuber fast 4 Monate ausfiel und insgesamt 21 Spiele verpasste.

Doch er kämpfte sich immer wieder heran und hat nun aktuell nicht die Perspektive beim FC Bayern München, einen Stammplatz einfordern zu können. Deshalb der logische Schritt zu einem anderen Verein.

Doch wielange wird das noch so funktionieren?

Mit nunmehr 27 Jahren ist Holger Badstuber kein Talent mehr sondern ist in den wichtigsten Jahren seiner Karriere. Zwischen 27-30 Jahren erreichen Spieler normalerweise ihr Leistungszenit – eine Chance, die Badstuber aufgrund seiner Verletzungen nie bekommen hat.

Gefühlt ist er noch der gleiche Spieler, der mit 21 Jahren beim FC Bayern München aufgelaufen ist. Während seine Konkurrenten wie Mats Hummels und Co. wichtige Spielerfahrung sammeln konnte, befand sich Holger Badstuber in der Reha.

Es ist unwahrscheinlich, dass Holger Badstuber jemals wieder eine wichtige Rolle beim FC Bayern München spielen wird. Die Vertragsverlängerung ist zwar ein großes Zeichen an den Spieler – aber dieses ist vermutlich eher der “Familien-Club” Atmosphäre zuzuordnen, der Holger Badstuber beim FC Bayern definitiv angehört.

Leider ist der Körper von Holger Badstuber nicht für den Fussball gemacht – und das werden auch die Verantwortlichen beim FC Bayern München wissen. Sehr unwahrscheinlich, dass sie vor der Saison noch mit einem fitten Badstuber als ernsthafte Option in der Innenverteidigung rechnen. Trainer sind eher froh, wenn sie diese Alternative haben – aber seriös mit Badstuber planen kann keiner.

Ein gescheiterter Weltklasse-Spieler?

Dabei hätten es so viele Trainer gerne getan: Wir erinnern uns noch alle daran, als ein völlig begeisterter Pep Guardiola nach dem Comeback von Holger Badstuber in die Kameras rief: “Er ist der beste Spieler, den ich je hatte.”

Eine von vielen Übertreibungen von Guardiola – aber es ist nicht so, als würde er diese leicht verteilen. Andere Empfänger sind Thiago und Joshua Kimmich, welche nachweislich hervorragende Spieler sind.

Am Ende seiner Karriere wird Holger Badstuber aber in die Kategorie der “Was wäre wenn?” Spieler einsortiert werden.

Was wäre, wenn Sebastian Deisler vom Kopf und den Beinen her für den Fussball gemacht worden wäre?

Was wäre, wenn Adriano nicht aufgrund von Alkohol-Problemen nach dem Tod seines Vaters abgestürzt wäre?

Was wäre, wenn Holger Badstuber in den letzten Jahren auch nur die Hälfte der Verletzungen gehabt hätte?