Die Karriere von André Schürrle

Leverkusen, Chelsea, Wolfsburg und Dortmund. Auf den ersten Blick liest sich die Liste der Vereine für die André Schürrle schon gegen den Ball getreten alles andere als schlecht. Vor allem der FC Chelsea und Borussia Dortmund sind absolute Top Vereine, die sich international vor niemanden zu verstecken brauchen.

Doch wenn man sich die Zahlen genauer anschaut, stellt man fest, dass Schürrle bei keiner seiner drei Stationen vor dem BVB länger als zwei Saisons gespielt hat. Nirgends konnte er sich so richtig durchsetzen und die Hoffnungen, die er als damals 19-Jähriger beim FSV Mainz 05 geweckt hat, erfüllen.

Erfolgreiche Mainzer Zeiten

Noch als Teenager mischte er damals an der Seite von Lewis Holtby und Ádám Sazlai die Bundesliga aber mal so richtig auf! Und das unter welchem Trainer? Genau, unter Thomas Tuchel; seinem jetzigen Trainer beim BVB.

Die beiden arbeiteten schon im U19 Bereich zusammen und gewannen zusammen die deutsche Junioren-Meisterschaft. Tuchel war von Anfang an von Schürrles Schnelligkeit, starker Technik, Zielstrebigkeit zum Tor und vor allem seiner Unbefangenheit begeistert.

Diese Unbefangenheit und den Mut risikoreiche Entscheidungen zutreffen, scheint der mittlerweile 26-Jährige im Laufe der Jahre verloren zu haben. Zu oft wirken seine Aktionen unsicher und nicht mehr so dynamisch wie früher.

Er trifft falsche Entscheidungen und wirkt manchmal wie ein Fremdkörper in der furios aufspielenden Dortmunder Mannschaft. Viele Fans sagen, dass die im Sommer bezahlte BVB-Rekordablösesumme von 30 Millionen Euro für den Flügelstürmer viel zu hoch war: Ohne den Einfluss seines ,,Ziehvaters“ Tuchel sei gar kein Platz im Kader.

Das nicht zu Unrecht: Die Qualität der Offensivspieler in dieser Saison ist gewaltig. Aubameyang, Ramos, Götze, Dembélé, Pulisic, Kagawa und jetzt auch der wieder genesene Reus machen es Schürrle unglaublich schwer einen Platz in der ersten 11 zu ergattern.

In den vielen Spielen wird er erst im Verlauf der 2. Halbzeit eingewechselt oder sitzt 90 Minuten auf der Bank! Auch seine Saison-Bilanz ist ernüchternd: Kein einziges Tor und nur zwei Torvorlagen in der Bundesliga (!) und jeweils einen Treffer in der Champions League und im Pokal.

Geile Tore meint: Es wird allerhöchste Zeit, dass Schürrle anfängt sein volles Potenzial auszuschöpfen. Mit 26 Jahren muss es sein Anspruch sein, als gestandener Spieler von Anfang an auf dem Platz zu stehen. Davon ist er allerdings im Moment weit entfernt. Denn wenn ein 19-Jähriger Dembélé ihm aktuell meilenweit voraus ist, dann läuft etwas gehörig schief.

Stand der Dinge, würde es uns nicht wundern, wenn seine Zeit beim BVB in zwei Jahren schon vorbei ist- und Schürrle es wieder nicht gepackt hat.