Riesenfehler

”Er ist ein außergewöhnlicher Spieler. Ein Akteur, mit einer unglaublichen Ruhe am Ball und schnell im Kopf. Das ist selten.(…)”- Zinédine Zidane

”(…)das Beste, was ich je beim FC Bayern erlebt habe.”Mehmet Scholl

”Aus ihm ist ein Weltstar geworden.”Jogi Löw

Kaum ein Fußballer erhält derzeit so viel Lob wie Toni Kroos von Real Madrid. Der 27-Jährige Kroos ist seit seinem Wechsel vom FC Bayern München zu Real zu einem absoluten Weltstar gereift, konnte zwei Jahre in Folge die Champions League gewinnen und ist der Kopf der Madrilenen. Im Konzept von Trainer Zidane ist er der Taktgeber des Teams, von seinen Mitspielern wird er sehr geschätzt und von den Königlichen-Fans verehrt und bewundert.

Münchener Zeit

In Spanien erfährt Toni Kroos die Wertschätzung die er verdient und die er beim FC Bayern München immer vermisst hat. Für stolze 2,3 Mio. € Ablöse wechselte der damals erst 16-Jährige Toni Kroos von Hansa Rostock nach München und galt schnell als das damalig größte Talent des deutschen Fußballs.

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Für anderthalb Jahre wurde er mit Anfang 20 an Bayer Leverkusen ausgeliehen, reifte bei der Werkself zu einem gestandenen Bundesliga-Profi und war nach seiner Rückkehr zum FCB nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. Im Mittelfeld zog er die Fäden, bildete gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger das zentrale Mittelfeld und gewann 2013 sensationell das Triple.

Das Zerwürfnis

Alles lief wunderbar mochte man meinen, doch als es galt einen neuen Vertrag mit Kroos auszuhandeln verhärteten sich die Fronten zwischen Spieler und Vereinsführung. Denn Toni Kroos wollte seine Leistungen mehr gewürdigt bekommen und forderte eine Erhöhung seines Gehalts auf 10 Mio. € und somit das gleiche Geld wie die Topverdiener um Philipp Lahm und Thomas Müller.

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Die Bayern-Bosse jedoch wollten dieser Forderung nicht nachgehen und boten Kroos nur eine Erhöhung auf 6 Mio. € an: ”Wir sind ja nicht im Sozialismus. Es muss so sein, dass die Gehälter unterschiedlich sind.”, ließ FCB-Finanzvorstand Jan Christian Dreesen verlauten und machte damit die Position des Vorstands deutlich.

Ab diesem Zeitpunkt stand für Toni Kroos fest, dass er den Verein verlassen will und gibt auch 2017 im Nachhinein offen zu: ”Natürlich sind wir auch finanziell nicht zusammengekommen, das kann man ruhig so sagen.”

Der Abschied

Was folgte, war der Wechsel von Toni Kroos im Sommer 2014 und damit der größte Fehler den die Bayern-Bosse in den letzten zehn Jahren begangen haben. Denn ohne Kroos hatte das Bayern-Spiel nicht mehr die Struktur und Ordnung wie mit ihm und auch Nachfolger Xabi Alonso, ebenfalls ein Topspieler, aber mit über 30 über seinen Zenit hinaus, konnte die Lücke nicht schließen.

Toni Kroos
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“Die Bayern werden es nie öffentlich zugeben, haben sich den Fehler intern aber sicher längst eingestanden: Sie hätten Toni Kroos 2014 niemals zu Real Madrid ziehen lassen dürfen”, schreibt Lothar Matthäus in seiner SportBild Kolumne und hat damit vollkommen recht. Toni Kroos stürmt mit Real Madrid seit zwei Jahren von einem Titel zum nächsten, gehört bei den Königlichen zu den Topverdienern und bekommt vor allem endlich die Wertschätzung die er sich gewünscht hat.

Die Bayern hingegen jagen seit vier Jahren dem Champions-League-Pokal hinterher und wissen ganz genau, mit einem Toni Kroos wären alle Ziele leichter zu erreichen.