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Wenn er das nicht verändert, gewinnen die Bayern diese Saison keinen Titel!

Unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti läuft es derzeit alles andere als rund für den deutschen Rekordmeister: nur Tabellenzweiter in der Bundesliga und auch in der Champions League Gruppenphase klar hinter Atlético Madrid zurück. Dazu kommt noch, dass man innerhalb von fünf Tagen erst gegen den BVB das Gigantenduell in der Bundesliga und dann noch mit einer blamablen Leistung 2:3 beim FK Rostow verloren hat.

Auch der 1:0 Sieg in der Heimat gegen Atletico Madrid verändert nichts an dem Gefühl, dass der FC Bayern unter Ancelotti schwächer geworden ist, als unter Pep Guardiola.

Dass die Bayern in der 1. Saisonhälfte in einer Woche zwei Pflichtspiele hintereinander verloren haben, gab es seit 2004 (!) nicht mehr.

Vor allem bei zwei Spielern wird der Leistungsabfall unter Carlo Ancelotti deutlich.

Spieler 1: Philipp Lahm

Guardiola: ,,Wenn wir in dieser Saison etwas gewinnen, dann weil wir Philipp ins Mittelfeld gestellt haben.” Gleich zu Beginn seiner 1. Saison in München formte Guardiola aus dem Außenverteidiger Lahm einen der besten 6-er der Welt.

Der Plan ging wunderbar auf, mit seiner unglaublichen Ballsicherheit und Übersicht steuerte Lahm daraufhin drei Jahre lang mehr als erfolgreich das Spiel seiner Münchener.

Dann kommt Ancelotti und krempelt alles um. Schnell wird Lahm nach hinten rechts in die Abwehr beordert. Aber der Plan geht nicht auf, aus einem ganz einfachen Grund: Philipp Lahm ist in die Jahre gekommen und mittlerweile einfach zu langsam für einen Außenverteidiger. Ein ums andere Mal wird der Kapitän von seinen Gegenspielern überlaufen und kommt nicht mehr hinterher.

Sehr beunruhigend, wenn im Halbfinale der Champions League Real oder Barca warten und Ronaldo, Messi und Co. heran rauschen. Deswegen unsere Bitte Herr Ancelotti: Lahm schnell wieder ins Mittelfeld und hinten rechts auf Kimmich setzen!

Spieler 2: Thomas Müller

Null Saisontore in 13 Spielen. Man kann es kaum glauben, denn ein Thomas Müller trifft doch eigentlich immer? Nein, in dieser Spielzeit nicht: Unter Ancelotti spielt der Bayer eine Rolle, die überhaupt nicht zu seinem Spiel passt.

Nämlich als rechter Flügelstürmer, der an der Seitenlinie klebt und über die Außen kommen soll. Thomas Müller ist kein Spieler wie Robben, der mit seiner Technik in ein 1 gegen 1 gehen und so jeden Gegenspieler abhängen kann.

Unter Guardiola hatte er Freiräume in seinem Spiel und konnte sich zwischen den gegnerischen Verteidigungsreihen bewegen.

Denn Müller ist ein Instinktspieler, dessen große Stärke es ist da aufzutauchen wo ihn niemand erwartet und in Räume zu stoßen, die nur er sieht. Genau diese Stärke nimmt ihm Ancelotti momentan komplett.

Sollte Carlo Ancelotti eine erfolgreiche Zeit beim FC Bayern durchleben wollen, wird er sich einige Dinge von seinem Vorgänger abgucken müssen.